Die Immobilienpreise sind weiterhin hoch, die Bauzinsen bewegen sich ebenfalls nicht auf 
Schnäppchenniveau, und die Multikrisen setzen der Konjunktur zu: keine günstigen 
Ausgangsbedingungen für den Kauf oder Bau eines Eigenheims, sollte man meinen. Dennoch 
wurden im ersten Quartal dieses Jahres 61,2 Milliarden Euro an Wohnungsbaukrediten vergeben –so viel wie seit dem Ende der Niedrigzinsphase Mitte 2022 nicht mehr.  

Ein ausschlaggebender Grund dürfte in der Erwartung weiter steigender Zinsen liegen. 
Spätestens mit Beginn des Irankriegs haben sich Hoffnungen auf eine baldige Leitzinssenkung 
in Luft aufgelöst. In einer aktuellen Expertenumfrage prognostizieren 60 Prozent der Teilnehmer 
langfristig steigende Bauzinsen. Denn selbst wenn die Straße von Hormus bald wieder befahrbar 
sein sollte, rollt die erste Inflationswelle unaufhaltsam heran. Als Reaktion darauf, so die 
allgemeine Erwartung, wird die Europäische Zentralbank die Leitzinsen anheben, womöglich 
schon in den kommenden Tagen.